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Kosten & Finanzierung

Baunebenkosten: Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen

Zum Preis für Haus und Grundstück kommen viele kleinere Posten. Einzeln wirken sie überschaubar, zusammen ergeben sie schnell einen fünfstelligen Betrag.

Jonas BuschHausbau-Beratung, Südwest Massivhaus Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit
Rohbau eines Massivhauses mit Baustelleneinrichtung und Hausanschlussgraben
Viele Nebenkosten fallen an, bevor der erste Stein gesetzt ist.

Wer ein Haus baut, schaut zuerst auf den Hauspreis und den Grundstückspreis. Die Baunebenkosten geraten dabei leicht aus dem Blick. Dabei müssen viele davon früh bezahlt werden, und Banken erwarten häufig, dass Sie sie aus Eigenkapital tragen. Hier finden Sie alle wichtigen Posten mit typischen Spannen, Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze
  • Grunderwerbsteuer: 5 % in Rheinland-Pfalz, 6,5 % im Saarland, fällig auf den Grundstückspreis.
  • Notar und Grundbuch kosten zusammen ca. 1,5–2 % des Kaufpreises, dazu kommt die Grundschuld.
  • Vermessung, Bodengutachten und Baugenehmigung liegen zusammen oft bei mehreren tausend Euro.
  • Hausanschlüsse und Außenanlagen sind häufig die größten Einzelposten nach dem Grundstück.
  • Faustregel: zusätzlich einen Puffer von etwa 10 % der Gesamtkosten einplanen.

Kosten rund um den Grundstückskauf

Kosten neben dem Hauspreis im Beispiel
Außenanlagen26.000 €Zusätzliche Erdarbeiten20.000 €Hausanschlüsse, Erschließung16.000 €Vermessung, Gutachten, Genehmigung12.000 €Grunderwerbsteuer 5 %6.105 €Notar und Grundbuch1.832 €
zusammen ca. 81.900 € zusätzlich zu Haus und Grundstück
Beispiel: Flair 125 auf 550 m² zu 222 €/m² in Rheinland-Pfalz, ohne Makler, Bauzeitzinsen und Versicherungen.

Der größte Nebenkostenblock entsteht beim Kauf des Grundstücks. Die Grunderwerbsteuer beträgt in Rheinland-Pfalz seit 2012 unverändert 5 %, im Saarland seit 2015 6,5 %. Maßgeblich ist das Bundesland, in dem das Grundstück liegt. Bei 120.000 € Kaufpreis sind das 6.000 € in der Pfalz und 7.800 € im Saarland.

Für Notar und Grundbuchamt rechnen Ratgeber meist mit ca. 1,5–2 % des Kaufpreises. Die Gebühren sind gesetzlich geregelt und steigen nicht linear. Bei kleineren Kaufpreisen ist der Anteil daher etwas höher. Finanzieren Sie über eine Bank, kommt die Eintragung der Grundschuld hinzu. Dafür fallen beim Notar und beim Grundbuchamt zusammen grob 0,4 % der Grundschuld an.

Kaufen Sie über einen Makler, wird eine Provision fällig. In Rheinland-Pfalz und im Saarland sind insgesamt 7,14 % inkl. Mehrwertsteuer üblich. Die gesetzliche Halbteilung zwischen Käufer und Verkäufer gilt für Wohnungen und Einfamilienhäuser. Bei unbebauten Grundstücken greift sie nicht zwingend. Fragen Sie deshalb vorab, wer die Provision trägt. Worauf Sie beim Grundstückskauf sonst achten sollten, steht in unserer Checkliste Grundstück kaufen: 7 Punkte.

Vermessung, Bodengutachten und Baugenehmigung

Bevor gebaut wird, braucht es Unterlagen. Für den Bauantrag ist ein amtlicher Lageplan nötig. Später wird das Haus auf dem Grundstück abgesteckt und nach dem Bau eingemessen. Für die Vermessung nennen Ratgeber ca. 1.500–2.500 €.

Ein Bodengutachten zeigt, wie tragfähig der Boden ist und ob mit Grundwasser oder Fels zu rechnen ist. Es kostet je nach Aufwand ca. 500–2.000 €. Das Geld ist gut angelegt: Ohne Gutachten werden schwierige Böden oft erst beim Aushub entdeckt, und dann wird es teuer.

Die Gebühren für die Baugenehmigung richten sich nach Bundesland, Gemeinde und Bausumme. Als grober Richtwert gelten ca. 0,2–0,7 % der Baukosten. In den Beispielrechnungen auf unserer Website setzen wir für Vermessung, Bodengutachten und Genehmigung zusammen 12.000 € an. Das liegt eher am oberen Rand und lässt Luft für Zusatzposten.

Hausanschlüsse und Erschließung

Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation müssen vom Netz in der Straße ins Haus. Die Versorger berechnen dafür eigene Preise. Ratgeber nennen für die Hausanschlüsse ca. 6.000–10.000 €. Lange Leitungswege, etwa beim Bauen in zweiter Reihe, machen es teurer.

Davon zu unterscheiden ist die Erschließung. Ist ein Grundstück noch nicht erschlossen, erhebt die Gemeinde Beiträge für Straße und Kanal. Diese können erheblich sein. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Grundstück voll erschlossen ist und ob noch Beiträge offen sind. In Baulücken liegen die Leitungen meist schon in der Straße. Wir verwenden in unseren Beispielrechnungen 16.000 € für Anschlüsse und Erschließung.

Bauzeitzinsen und Bereitstellungszinsen

Beim Hausbau zahlt die Bank das Darlehen in Raten nach Baufortschritt aus. Für den bereits ausgezahlten Teil zahlen Sie schon während der Bauzeit Zinsen. Oft wohnen Sie in dieser Zeit noch zur Miete. Diese Doppelbelastung sollten Sie einplanen.

Für den noch nicht abgerufenen Teil verlangen viele Banken nach einer zinsfreien Frist Bereitstellungszinsen. Ein häufig genanntes Beispiel sind 0,25 % pro Monat. Wie lange die freie Frist läuft, ist von Bank zu Bank verschieden. Beim Neubau lohnt es sich, eine möglichst lange Frist zu verhandeln.

Versicherungen während der Bauzeit

Als Bauherr haften Sie für Ihr Grundstück und die Baustelle. Drei Versicherungen sind üblich:

  • Bauherrenhaftpflicht: zahlt, wenn Dritte auf oder durch die Baustelle zu Schaden kommen.
  • Bauleistungsversicherung: deckt Schäden am entstehenden Bau, etwa durch Sturm, Starkregen oder Vandalismus.
  • Feuerrohbauversicherung: schützt den Rohbau gegen Feuer, Blitz und Explosion. Sie ist oft beitragsfrei enthalten, wenn Sie die spätere Wohngebäudeversicherung schon zu Baubeginn abschließen.

Zusammen kosten diese Versicherungen in der Regel ca. 1.500–2.500 € für die Bauzeit. Fragen Sie Ihren Baupartner, welche Versicherungen er selbst schon abdeckt, damit Sie nichts doppelt bezahlen.

Außenanlagen, Küche und Umzug

Wenn das Haus steht, ist das Grundstück noch nicht fertig. Zufahrt, Terrasse, Wege, Zaun, Rasen und eventuell Carport oder Garage kommen dazu. Ratgeber nennen für Außenanlagen ca. 15.000–30.000 €. Vieles davon lässt sich in Etappen umsetzen, die Zufahrt und ein sicherer Weg zur Haustür sollten aber zum Einzug fertig sein.

Kundenhaus von Südwest Massivhaus in Contwig mit Außenanlagen
Zufahrt, Terrasse und Garten gehören zu den größten Posten neben dem Haus.

Küche, neue Möbel, Lampen und der Umzug selbst gehören nicht zu den klassischen Baunebenkosten, belasten aber dasselbe Budget. Die Spanne ist hier sehr groß. Setzen Sie einen eigenen Betrag an, statt auf „das passt schon“ zu hoffen.

Übersicht und Faustregel für den Puffer

Typische Baunebenkosten, grobe Spannen (Stand: Oktober 2026)
PostenTypische Höhe
Grunderwerbsteuer RLP / Saarland5 % / 6,5 % vom Grundstückspreis
Notar und Grundbuchca. 1,5–2 % vom Kaufpreis
Grundschuld eintragenca. 0,4 % der Grundschuld
Makler (falls nötig)bis ca. 7,14 % inkl. MwSt.
Vermessungca. 1.500–2.500 €
Bodengutachtenca. 500–2.000 €
Baugenehmigungca. 0,2–0,7 % der Baukosten
Hausanschlüsseca. 6.000–10.000 €
Versicherungen Bauzeitca. 1.500–2.500 €
Außenanlagenca. 15.000–30.000 €

Alle Werte sind Orientierungswerte aus Ratgebern von Banken und Versicherern. Ihr Projekt kann darüber oder darunter liegen. Als Faustregel empfehlen Finanzierungsratgeber, zusätzlich einen Puffer von etwa 10 % der Gesamtkosten einzuplanen. Wie viel davon Sie aus eigenen Mitteln tragen sollten, erklärt unser Ratgeber Eigenkapital beim Hausbau. Eine komplette Beispielrechnung mit Haus und Grundstück finden Sie unter Was kostet ein Haus?

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Baunebenkosten insgesamt?

Viele Ratgeber nennen 15–20 % der Gesamtkosten, wenn Grundstücksnebenkosten, Anschlüsse und Außenanlagen mitgerechnet werden. Der genaue Betrag hängt stark vom Grundstück ab.

Wird die Grunderwerbsteuer auch auf das Haus fällig?

Wenn Sie das Grundstück getrennt kaufen und das Haus selbst beauftragen, in der Regel nur auf den Grundstückspreis. Sind Grundstückskauf und Bauvertrag eng verknüpft, kann das Finanzamt die Baukosten einbeziehen. Lassen Sie das im Zweifel steuerlich prüfen.

Kann ich die Baunebenkosten mitfinanzieren?

Teilweise ja, aber viele Banken erwarten, dass Sie zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zahlen. Eine Finanzierung mit Nebenkosten ist meist teurer.

Ist ein Bodengutachten Pflicht?

Nicht überall gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen. Nur so lässt sich vorab sagen, welche Gründung und welche Erdarbeiten nötig sind.

Quellen und weiterführende Links (Stand: Oktober 2026)
Jonas Busch, Hausbau-Berater bei Südwest Massivhaus
Über den AutorJonas BuschHausbau-Beratung · Südwest MassivhausBerät Bauherren in der Pfalz und im Saarland, vom ersten Grundstück bis zur Schlüsselübergabe.Beratung mit Jonas Busch vereinbaren →

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