Wer ein Haus baut, schaut zuerst auf den Hauspreis und den Grundstückspreis. Die Baunebenkosten geraten dabei leicht aus dem Blick. Dabei müssen viele davon früh bezahlt werden, und Banken erwarten häufig, dass Sie sie aus Eigenkapital tragen. Hier finden Sie alle wichtigen Posten mit typischen Spannen, Stand: Oktober 2026.
- Grunderwerbsteuer: 5 % in Rheinland-Pfalz, 6,5 % im Saarland, fällig auf den Grundstückspreis.
- Notar und Grundbuch kosten zusammen ca. 1,5–2 % des Kaufpreises, dazu kommt die Grundschuld.
- Vermessung, Bodengutachten und Baugenehmigung liegen zusammen oft bei mehreren tausend Euro.
- Hausanschlüsse und Außenanlagen sind häufig die größten Einzelposten nach dem Grundstück.
- Faustregel: zusätzlich einen Puffer von etwa 10 % der Gesamtkosten einplanen.
Kosten rund um den Grundstückskauf
Der größte Nebenkostenblock entsteht beim Kauf des Grundstücks. Die Grunderwerbsteuer beträgt in Rheinland-Pfalz seit 2012 unverändert 5 %, im Saarland seit 2015 6,5 %. Maßgeblich ist das Bundesland, in dem das Grundstück liegt. Bei 120.000 € Kaufpreis sind das 6.000 € in der Pfalz und 7.800 € im Saarland.
Für Notar und Grundbuchamt rechnen Ratgeber meist mit ca. 1,5–2 % des Kaufpreises. Die Gebühren sind gesetzlich geregelt und steigen nicht linear. Bei kleineren Kaufpreisen ist der Anteil daher etwas höher. Finanzieren Sie über eine Bank, kommt die Eintragung der Grundschuld hinzu. Dafür fallen beim Notar und beim Grundbuchamt zusammen grob 0,4 % der Grundschuld an.
Kaufen Sie über einen Makler, wird eine Provision fällig. In Rheinland-Pfalz und im Saarland sind insgesamt 7,14 % inkl. Mehrwertsteuer üblich. Die gesetzliche Halbteilung zwischen Käufer und Verkäufer gilt für Wohnungen und Einfamilienhäuser. Bei unbebauten Grundstücken greift sie nicht zwingend. Fragen Sie deshalb vorab, wer die Provision trägt. Worauf Sie beim Grundstückskauf sonst achten sollten, steht in unserer Checkliste Grundstück kaufen: 7 Punkte.
Vermessung, Bodengutachten und Baugenehmigung
Bevor gebaut wird, braucht es Unterlagen. Für den Bauantrag ist ein amtlicher Lageplan nötig. Später wird das Haus auf dem Grundstück abgesteckt und nach dem Bau eingemessen. Für die Vermessung nennen Ratgeber ca. 1.500–2.500 €.
Ein Bodengutachten zeigt, wie tragfähig der Boden ist und ob mit Grundwasser oder Fels zu rechnen ist. Es kostet je nach Aufwand ca. 500–2.000 €. Das Geld ist gut angelegt: Ohne Gutachten werden schwierige Böden oft erst beim Aushub entdeckt, und dann wird es teuer.
Die Gebühren für die Baugenehmigung richten sich nach Bundesland, Gemeinde und Bausumme. Als grober Richtwert gelten ca. 0,2–0,7 % der Baukosten. In den Beispielrechnungen auf unserer Website setzen wir für Vermessung, Bodengutachten und Genehmigung zusammen 12.000 € an. Das liegt eher am oberen Rand und lässt Luft für Zusatzposten.
Hausanschlüsse und Erschließung
Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation müssen vom Netz in der Straße ins Haus. Die Versorger berechnen dafür eigene Preise. Ratgeber nennen für die Hausanschlüsse ca. 6.000–10.000 €. Lange Leitungswege, etwa beim Bauen in zweiter Reihe, machen es teurer.
Davon zu unterscheiden ist die Erschließung. Ist ein Grundstück noch nicht erschlossen, erhebt die Gemeinde Beiträge für Straße und Kanal. Diese können erheblich sein. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Grundstück voll erschlossen ist und ob noch Beiträge offen sind. In Baulücken liegen die Leitungen meist schon in der Straße. Wir verwenden in unseren Beispielrechnungen 16.000 € für Anschlüsse und Erschließung.
Bauzeitzinsen und Bereitstellungszinsen
Beim Hausbau zahlt die Bank das Darlehen in Raten nach Baufortschritt aus. Für den bereits ausgezahlten Teil zahlen Sie schon während der Bauzeit Zinsen. Oft wohnen Sie in dieser Zeit noch zur Miete. Diese Doppelbelastung sollten Sie einplanen.
Für den noch nicht abgerufenen Teil verlangen viele Banken nach einer zinsfreien Frist Bereitstellungszinsen. Ein häufig genanntes Beispiel sind 0,25 % pro Monat. Wie lange die freie Frist läuft, ist von Bank zu Bank verschieden. Beim Neubau lohnt es sich, eine möglichst lange Frist zu verhandeln.
Versicherungen während der Bauzeit
Als Bauherr haften Sie für Ihr Grundstück und die Baustelle. Drei Versicherungen sind üblich:
- Bauherrenhaftpflicht: zahlt, wenn Dritte auf oder durch die Baustelle zu Schaden kommen.
- Bauleistungsversicherung: deckt Schäden am entstehenden Bau, etwa durch Sturm, Starkregen oder Vandalismus.
- Feuerrohbauversicherung: schützt den Rohbau gegen Feuer, Blitz und Explosion. Sie ist oft beitragsfrei enthalten, wenn Sie die spätere Wohngebäudeversicherung schon zu Baubeginn abschließen.
Zusammen kosten diese Versicherungen in der Regel ca. 1.500–2.500 € für die Bauzeit. Fragen Sie Ihren Baupartner, welche Versicherungen er selbst schon abdeckt, damit Sie nichts doppelt bezahlen.
Außenanlagen, Küche und Umzug
Wenn das Haus steht, ist das Grundstück noch nicht fertig. Zufahrt, Terrasse, Wege, Zaun, Rasen und eventuell Carport oder Garage kommen dazu. Ratgeber nennen für Außenanlagen ca. 15.000–30.000 €. Vieles davon lässt sich in Etappen umsetzen, die Zufahrt und ein sicherer Weg zur Haustür sollten aber zum Einzug fertig sein.
Küche, neue Möbel, Lampen und der Umzug selbst gehören nicht zu den klassischen Baunebenkosten, belasten aber dasselbe Budget. Die Spanne ist hier sehr groß. Setzen Sie einen eigenen Betrag an, statt auf „das passt schon“ zu hoffen.
Übersicht und Faustregel für den Puffer
| Posten | Typische Höhe |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer RLP / Saarland | 5 % / 6,5 % vom Grundstückspreis |
| Notar und Grundbuch | ca. 1,5–2 % vom Kaufpreis |
| Grundschuld eintragen | ca. 0,4 % der Grundschuld |
| Makler (falls nötig) | bis ca. 7,14 % inkl. MwSt. |
| Vermessung | ca. 1.500–2.500 € |
| Bodengutachten | ca. 500–2.000 € |
| Baugenehmigung | ca. 0,2–0,7 % der Baukosten |
| Hausanschlüsse | ca. 6.000–10.000 € |
| Versicherungen Bauzeit | ca. 1.500–2.500 € |
| Außenanlagen | ca. 15.000–30.000 € |
Alle Werte sind Orientierungswerte aus Ratgebern von Banken und Versicherern. Ihr Projekt kann darüber oder darunter liegen. Als Faustregel empfehlen Finanzierungsratgeber, zusätzlich einen Puffer von etwa 10 % der Gesamtkosten einzuplanen. Wie viel davon Sie aus eigenen Mitteln tragen sollten, erklärt unser Ratgeber Eigenkapital beim Hausbau. Eine komplette Beispielrechnung mit Haus und Grundstück finden Sie unter Was kostet ein Haus?
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Baunebenkosten insgesamt?
Viele Ratgeber nennen 15–20 % der Gesamtkosten, wenn Grundstücksnebenkosten, Anschlüsse und Außenanlagen mitgerechnet werden. Der genaue Betrag hängt stark vom Grundstück ab.
Wird die Grunderwerbsteuer auch auf das Haus fällig?
Wenn Sie das Grundstück getrennt kaufen und das Haus selbst beauftragen, in der Regel nur auf den Grundstückspreis. Sind Grundstückskauf und Bauvertrag eng verknüpft, kann das Finanzamt die Baukosten einbeziehen. Lassen Sie das im Zweifel steuerlich prüfen.
Kann ich die Baunebenkosten mitfinanzieren?
Teilweise ja, aber viele Banken erwarten, dass Sie zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zahlen. Eine Finanzierung mit Nebenkosten ist meist teurer.
Ist ein Bodengutachten Pflicht?
Nicht überall gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen. Nur so lässt sich vorab sagen, welche Gründung und welche Erdarbeiten nötig sind.





