Ein gut gedämmter Neubau braucht wenig Wärme. Genau dafür ist die Wärmepumpe gemacht: Sie holt Energie aus der Luft oder dem Erdreich und macht daraus mit Strom Heizwärme. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so mehrere Kilowattstunden Wärme. Wie viel das in Euro bedeutet, hängt von der Art der Wärmepumpe, Ihrem Stromtarif und der Planung ab. Dieser Ratgeber gibt Ihnen Richtwerte und ein Rechenbeispiel. Stand: Oktober 2026.
- Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Neubau der Standard. Sie kostet laut ADAC inklusive Einbau grob 15.000–31.000 €.
- Erdwärme ist effizienter, aber durch Bohrung oder Kollektor teurer und braucht eine Genehmigung bzw. Anzeige.
- Ein Einfamilienhaus im Standard EH 40 kommt im Beispiel mit rund 1.400–1.600 kWh Strom im Jahr für Heizung und Warmwasser aus.
- Ein eigener Wärmepumpentarif mit separatem Zähler senkt den Strompreis spürbar.
- Die 65-%-Regel des GEG ist seit dem 29.07.2026 gestrichen. Für die KfW-Förderung ist eine Heizung ohne Öl und Gas trotzdem Pflicht.
- Einen BEG-Zuschuss für die Wärmepumpe gibt es im Neubau nicht.
Luft-Wasser oder Erdwärme: die zwei Hauptarten
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Eine Außeneinheit mit Ventilator steht im Garten oder an der Hauswand. Erdarbeiten sind nicht nötig. Deshalb ist sie günstiger und schnell eingebaut. Im Neubau ist sie die häufigste Lösung. Ihr Nachteil: Bei Frost sinkt die Effizienz, und der Ventilator ist hörbar.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Sie holt Wärme aus dem Boden, entweder über eine Tiefenbohrung mit Erdsonde oder über Flächenkollektoren knapp unter der Gartenfläche. Das Erdreich ist auch im Winter gleichmäßig warm. Deshalb arbeitet sie effizienter. Für eine Erdsonde brauchen Sie eine Genehmigung, je nach Region auch ein Bodengutachten. Für Flächenkollektoren reicht meist eine Anzeige, Sie brauchen aber viel freie Gartenfläche.
Wie gut eine Wärmepumpe arbeitet, zeigt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden über das Jahr 4 kWh Wärme. Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ.
Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau?
Der ADAC nennt mit Stand Sommer 2026 folgende Richtwerte für Einfamilienhäuser. Die Summen haben wir aus den Einzelposten für Gerät, Montage und Wärmequelle gebildet.
| Art | Kosten inkl. Einbau (ca.) | JAZ (ca.) |
|---|---|---|
| Luft-Wasser | 15.000–31.000 € | 3–4 |
| Sole-Wasser mit Erdsonde | 25.000–49.000 € | 4–5 |
| Sole-Wasser mit Flächenkollektor | 20.000–43.000 € | 4–5 |
Im Neubau muss keine alte Heizung ausgebaut werden, und das Haus braucht weniger Heizleistung. Das spricht eher für Werte im unteren Bereich. Beim Hausbau zum Festpreis ist die Heizung in der Regel im Hauspreis enthalten. Fragen Sie nach, welches Gerät eingeplant ist und was ein Wechsel auf Erdwärme kosten würde.
Stromverbrauch: ein Rechenbeispiel
Wie viel Strom Ihre Wärmepumpe braucht, hängt vor allem vom Wärmebedarf ab. Für ein Beispiel nehmen wir ein Einfamilienhaus mit 130 m² im Standard EH 40 und eine Familie mit vier Personen an. Alle Werte sind Annahmen, Ihre Energieberechnung kann davon abweichen.
- Heizwärme: Annahme 25 kWh je m² und Jahr, also rund 3.250 kWh.
- Warmwasser: Annahme rund 2.250 kWh im Jahr.
- Wärmebedarf gesamt: rund 5.500 kWh.
- Strombedarf bei JAZ 4: rund 1.375 kWh. Bei JAZ 3,5: rund 1.570 kWh.
- Kosten bei 24 ct je kWh: rund 330–380 € im Jahr, dazu der Grundpreis des Tarifs.
Zum Vergleich: Eine reine Stromheizung bräuchte für dieselbe Wärme rund 5.500 kWh Strom, also etwa viermal so viel. Das ist die eigentliche Ersparnis der Wärmepumpe. Gegenüber Gas und Öl kommt hinzu, dass auf Strom kein CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandel aufgeschlagen wird. Bei Gas und Öl ist dieser Preis in den letzten Jahren gestiegen.
Wärmepumpenstrom: eigener Tarif, eigener Zähler
Viele Versorger bieten günstigere Tarife für Wärmepumpen an. Voraussetzung ist meist ein separater Zähler. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung der Wärmepumpe bei Engpässen kurzzeitig drosseln. Dafür sinken die Netzentgelte.
Die Verbraucherzentrale NRW hat Tarife verglichen. Mit separatem Zähler und reduziertem Netzentgelt (Modul 2) lag der Arbeitspreis im Schnitt bei rund 24 ct je kWh, bei einer Spanne von 20 bis 29 ct. Ohne separaten Zähler waren es im Schnitt rund 31,5 ct. Der zweite Zähler kostet eine Grundgebühr und braucht Platz im Zählerschrank. Planen Sie ihn beim Neubau gleich mit ein.
Fußbodenheizung und Photovoltaik
Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme über eine große Fläche. Deshalb reicht eine niedrige Vorlauftemperatur von etwa 30 bis 35 °C. Das passt gut zur Wärmepumpe und verbessert die Jahresarbeitszahl. Im Neubau ist die Kombination deshalb üblich.
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern. Der Haken: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, die PV-Anlage erzeugt den meisten im Sommer. Gut nutzbar ist Solarstrom vor allem für Warmwasser und in der Übergangszeit. Ein Batteriespeicher kann den Anteil erhöhen, kostet aber extra. Ab 2030 sollen neue Wohngebäude nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz grundsätzlich eine Solaranlage bekommen.
Lautstärke und Aufstellung
Die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe macht Geräusche. Maßgeblich sind die Richtwerte der TA Lärm am Fenster des Nachbarn. Nachts gelten im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A), im reinen Wohngebiet 35 dB(A). Welcher Gebietstyp gilt, steht im Bebauungsplan.
- Stellen Sie das Gerät nicht unter das Schlafzimmerfenster des Nachbarn.
- Vermeiden Sie Ecken und Nischen. Wände werfen den Schall zurück und machen das Gerät lauter.
- Vergleichen Sie den Schallleistungspegel im Datenblatt. Moderne Geräte sind oft deutlich leiser als ältere.
- Ob die Außeneinheit nah an der Grenze stehen darf, regelt die Landesbauordnung. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach.
Gerade bei engen Grundstücken oder beim Bauen in zweiter Reihe lohnt es sich, den Platz früh in die Planung aufzunehmen.
Was gilt rechtlich, und was wird gefördert?
Seit 2024 mussten neue Heizungen in Neubaugebieten zu 65 % mit erneuerbaren Energien arbeiten. Diese Pflicht ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen. Es ist am 28.07.2026 verkündet worden, die Streichung der 65-%-Regel gilt seit dem 29.07.2026. Ab 2030 sollen alle neuen Gebäude als Nullemissionsgebäude gebaut werden, also ohne fossile Emissionen vor Ort. Wer heute baut, plant deshalb sinnvollerweise schon nach diesem Maßstab.
Für die Förderung ist die Frage ohnehin entschieden: Die KfW-Kredite für Effizienzhäuser setzen eine Heizung ohne Öl und Gas voraus. Einen eigenen Zuschuss für die Wärmepumpe gibt es im Neubau nicht, die Heizungsförderung der BEG gilt nur für Bestandsgebäude. Welche Kredite es gibt, steht im Ratgeber Förderung für den Neubau.
Bei Südwest Massivhaus planen wir Haus und Heizung zusammen und nennen Ihnen einen Festpreis. Welche Bauweise dahintersteckt, lesen Sie in Massivhaus oder Fertighaus. Einen Termin im Musterhaus vereinbaren Sie hier.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch bei starkem Frost?
Ja. Bei sehr tiefen Temperaturen sinkt die Effizienz, und ein eingebauter Heizstab kann zuheizen. In einem gut gedämmten Neubau kommt das selten vor.
Lohnt sich Erdwärme im Neubau?
Erdwärme arbeitet effizienter, kostet aber durch Bohrung oder Kollektor deutlich mehr. Bei einem Haus mit geringem Wärmebedarf dauert es lange, bis sich der Aufpreis über den Stromverbrauch rechnet. Das hängt vom Einzelfall ab.
Brauche ich für die Wärmepumpe eine Genehmigung?
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe meist nicht, die Lärmrichtwerte müssen aber eingehalten werden. Für eine Erdsonde brauchen Sie eine Genehmigung, für Flächenkollektoren meist eine Anzeige.
Braucht eine Wärmepumpe Wartung?
Eine Wärmepumpe braucht weniger Wartung als eine Gasheizung, ein Schornsteinfeger ist nicht nötig. Eine regelmäßige Prüfung durch den Fachbetrieb ist trotzdem sinnvoll.





